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Unternehmens-E-Learning mit Articulate: Storyline oder Rise?

Ein achteckiger Tunnel aus geschichtetem violettem und rosa Papier

Die erste Frage in einem Unternehmens-E-Learning-Projekt lautet meist, mit welchem Werkzeug produziert wird. Im Articulate-Ökosystem gibt es darauf zwei Antworten, und der Unterschied ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage der Aufgabe. Ein mit dem falschen Werkzeug begonnenes Projekt wird häufig auf halbem Weg neu geschrieben.

Zwei Werkzeuge, zwei verschiedene Aufgaben

Storyline arbeitet folienbasiert und gibt volle Kontrolle über Zustand, Auslöser und Variablen jedes Objekts auf dem Bildschirm. Verzweigte Szenarien, Softwaresimulationen, Entscheidungsbäume und komplexe Prüfungslogik entstehen damit. Der Preis dafür ist Produktionszeit: Der Aufwand für denselben Inhalt liegt spürbar höher.

Rise 360 ist blockbasiert und von Haus aus responsiv. Durch das Aneinanderreihen von Text-, Bild-, Akkordeon-, Karten- und Quizblöcken entsteht schnell eine professionelle Lerneinheit. Freies Layout gibt es nicht; das wirkt wie eine Einschränkung, ist aber genau die Einschränkung, die das Ergebnis auf dem Telefon funktionieren lässt.

Die Wahl hängt an drei Fragen

Erstens die Interaktionstiefe. Muss die lernende Person eine Entscheidung treffen und deren Folge sehen, dann Storyline. Genügt es, Wissen geordnet und lesbar zu vermitteln, dann Rise. Zweitens die Aktualisierungshäufigkeit: Bei Inhalten, die wegen geänderter Vorschriften mehrmals im Jahr überarbeitet werden, sind die Pflegekosten von Rise deutlich niedriger.

Drittens das Gerät. Wird der Inhalt überwiegend auf dem Telefon konsumiert, verhält sich Rise von selbst richtig, während dasselbe Ergebnis in Storyline zusätzlichen Gestaltungsaufwand kostet. In der Praxis nutzen viele Projekte beides: der Hauptteil entsteht in Rise, der Simulationsabschnitt wird in Storyline gebaut und eingebettet.

SCORM, xAPI und die LMS-Seite

Je nach Version und Kurseinstellungen kann ein SCORM-Paket Abschluss, Erfolgsstatus, Punktzahl und bestimmte Quizantworten an ein LMS übermitteln. Welche Angaben das System speichert und auswertet, hängt auch vom LMS ab; Videoverhalten und jeder einzelne Klick werden nicht automatisch erfasst.

xAPI kann vom Kurs definierte Lernaktivitäten als Statements an einen Learning Record Store (LRS) senden. Dafür müssen Kurs, Veröffentlichungseinstellungen und Datensystem entsprechend eingerichtet sein. Klären Sie zuerst, welche Daten Sie benötigen und warum, und prüfen Sie dann die Möglichkeiten des vorhandenen LMS oder LRS.

Barrierefreiheit gehört an den Anfang

In Projekten der öffentlichen Hand und großer Unternehmen wird erwartet, dass auch die E-Learning-Inhalte barrierefrei sind. Das ist keine Schicht, die sich am Ende der Produktion ergänzen lässt. Eine sinnvolle Fokusreihenfolge, Alternativtexte zu jedem Bild, Untertitel und Transkripte zu Sprechertexten sowie der Verzicht darauf, Bedeutung allein über Farbe zu transportieren, müssen von Beginn an geplant sein.

Besonders Interaktionen vom Typ Ziehen und Ablegen brauchen eine Alternative, die mit der Tastatur funktioniert. Diese Alternative nachträglich einzubauen bedeutet meist, die Interaktion neu zu entwerfen.

Der häufigste Fehler

Eine vorhandene Präsentation unverändert zu übernehmen und lediglich anklickbar zu machen. Was dabei entsteht, ist kein E-Learning, sondern ein PDF zum Weiterblättern. Interaktion heißt nicht, Schaltflächen zu setzen, sondern dass eine Entscheidung getroffen wird und deren Ergebnis sichtbar ist.

Ein funktionierender Produktionsablauf sieht so aus: mit der Fachexpertin Umfang und Lernziele klären, das Szenario als Text schreiben und freigeben lassen, einen Prototyp eines einzelnen Moduls bauen und mit einer Pilotgruppe testen, danach die übrigen Module ausrollen. Projekte, die die Prototypphase überspringen, entdecken ihre Fehler an der teuersten Stelle, nämlich nach der Übergabe.

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