Leitfaden für den Relaunch einer Unternehmenswebsite
Der Relaunch einer Unternehmensseite sieht nach einer optischen Auffrischung aus, doch das eigentliche Risiko liegt woanders. Werden die über Jahre gewachsenen Adressen, indexierten Seiten und eingehenden Links nicht in die neue Struktur überführt, startet eine schönere Seite, die weniger Menschen finden. Die folgende Reihenfolge hält dieses Risiko klein.
Wann ein Relaunch die richtige Entscheidung ist
Dass das Design veraltet wirkt, ist für sich genommen keine ausreichende Begründung. Die echten Gründe sind die messbaren: die Seite ist mobil unbrauchbar, das Einstellen von Inhalten hängt am technischen Team, Kriterien der Barrierefreiheit werden verfehlt, das System erhält keine Sicherheitsupdates mehr, oder die Leistungsstruktur der Organisation passt nicht mehr zur Seitenarchitektur.
Manche Probleme lassen sich mit einer gezielten Überarbeitung lösen; andere erfordern umfassendere Änderungen an Inhalten, Technik oder Struktur. Bewerten Sie die Auswirkungen, bevor Sie den Projektumfang festlegen.
Schritt null: die Inhaltsinventur
Erstellen Sie vor dem Entwurf ein Verzeichnis der bestehenden URLs. Ergänzen Sie, sofern verfügbar, Besuche, Suchklicks und relevante Aktionen pro Seite. Halten Sie außerdem Zweck, Zuständigkeit und mögliche Aufbewahrungspflichten fest.
Prüfen Sie für jede Seite, ob sie erhalten, mit verwandten Inhalten zusammengeführt, überarbeitet oder entfernt werden soll. Entscheidend sind ihr Nutzen für die Zielgruppe und die Organisation, nicht die Seitenzahl allein.
Der teuerste Fehler: eine unvollständige Weiterleitungskarte
Ordnen Sie jede geänderte URL der passendsten Seite im neuen Angebot zu. Eine permanente Weiterleitung eignet sich, wenn der Inhalt umgezogen ist oder eine klare Entsprechung hat. Werden unverbundene, entfernte Seiten pauschal auf die Startseite geleitet, kann das Besuchende verwirren und als Soft-404 bewertet werden. Zusammengeführte Inhalte können auf ihre tatsächliche neue Entsprechung verweisen.
Gibt es keine passende Ersatzseite, sollte der Server 404 oder 410 zurückgeben. Eine hilfreiche Fehlerseite kann zusätzlich eine Suche und Links zu wichtigen Bereichen anbieten.
Technische Prüfliste vor dem Start
Prüfen Sie, ob Canonical-Tags für jede Seite auf die bevorzugte URL verweisen. Aktualisieren Sie die Sitemap und reichen Sie sie in der Search Console ein. Auf mehrsprachigen Websites müssen die hreflang-Verweise auf die jeweils passende Sprachversion zeigen.
Prüfen Sie vor dem Start auch noindex- oder Crawling-Sperren der Staging-Umgebung und entfernen Sie sie dort, wo öffentliche Seiten indexiert werden sollen. Kontrollieren Sie anschließend in der Search Console, ob Suchmaschinen die Live-Seiten erreichen können.
Nach dem Start beobachten
Prüfen Sie nach dem Start Serverfehler, nicht gefundene URLs und Weiterleitungspfade. Beobachten Sie anschließend die Crawling- und Indexierungsberichte in der Search Console. Wie lange die Überwachung dauert, richtet sich nach Umfang und Risiko des Umzugs.
Vergleichen Sie Traffic und Indexierung mit der zuvor erfassten Ausgangslage. Schwankungen unterscheiden sich je nach Website; eine feste Erholungsfrist gibt es nicht. Prüfen Sie bei Problemen Weiterleitungen, Inhaltsänderungen und den Zugriff für Suchmaschinen gemeinsam.
Einen passenden Zeitplan aufstellen
Der Zeitplan hängt von Seitenzahl, Sonderfunktionen, Inhaltserstellung und internen Freigaben ab. Benennen Sie früh die Verantwortlichen und Entscheidungspunkte und planen Sie Zeit für Redaktion und Tests ein.
